Die Geschichte

der Freimaurerloge Anker der Eintracht i.O. Bremen-Vegesack

Die Freimaurerei hat in Europa, insbesondere in England, eine lange Tradition.

Die Anfänge der Geschichte sowie das Brauchtum, Ritual und die verwendeten Symbole der Freimaurerei gehen auf die Steinmetzbruderschaft und deren Bauhütten zurück.

Als älteste, noch bestehende, Freimaurerloge der Welt gilt die Lodge of Edinburgh „Mary’s Chapel No. 1“ in Schottland, die ihre Gründung auf ein Dokument des Jahres 1499 zurückführt.

Die erste Deutsche Loge „Absalom zu den drei Nesseln“ wurde am 6. Dezember 1737 in Hamburg gegründet und besteht heute noch. Mit Gründung der Loge „Zum Oelzweig“ am 16. Juni 1788 nahm auch in Bremen die erste bremische Loge ihre Arbeit auf.

Geschichte kompakt:

  • 1737

    Gründung der ersten Freimaurer-Loge auf deutschen Boden in Hamburg, damals als „Loge d’Hambourg“

    Die gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen waren zur Zeit der Gründung der Freimaurerei war eine grundlegend andere als heute.

    Der freie Dialog zwischen Menschen unterschiedlicher Stände oder Glaubensrichtungen war nicht üblich und konnte damals nur im Verborgenen stattfinden, um keine Restriktionen der Herrschenden zu erleiden.

    Die absolutistischen Herrscher und die Kirchenfürsten hatten kein Interesse an intellektuellem Austausch unter den Regierten, und schon gar nicht an der Verbreitung und der Diskussion von libertärem und egalitärem Gedankengut – dies hätte ihren Herrschaftsanspruch in Frage stellen können.

    Nur in den Logen konnte das offene Wort und die freie Diskussion geführt werden. Dies wurde durch die Pflicht zur Verschwiegenheit unter den Brüdern erst möglich.

    Schon seit der Zeit des Mittelalters hatten es die Steinmetze verstanden, ihren aufgrund ihrer Privilegien begehrten Berufstand – sie durften beispielsweise frei reisen, um ihre Kenntnisse der Statik und der Architektonik zu mehren und damit ihren Herrschern umso prächtigere Bauten errichten zu können – zu schützen. Sie errichteten Räume des freien Austauschs und der freien Meinungsäußerung, die sogenannten Bauhütten. Den Zutritt erhielt man nur durch Legitimation geheimer Zeichen und Passworte, die in einem Initiationsritus vermittelt wurden.

    Seit Beginn des 18. Jahrhunderts wurde dies auch für die aufgeklärten Intellektuellen innerhalb der Gesellschaft interessant, da sie sich in diesen geschützten Räumen auch über gesellschaftliche Grenzen hinweg frei austauschen konnten – neben den „freien Maurern“ entstanden die „angenommenen Maurer“, Menschen, die mit dem wirkliche Wirken der Steinmetze nur noch die Gemeinsamkeit der freien Meinungsäußerung gemein hatten.

    Bis heute hat sich die durch ein Aufnahmeritual beginnende Gemeinschaft einer Gesellschaft von Menschen, die ein gemeinsames Ziel verfolgen, als ein Hort des Vertrauens und des Zur-Ruhe-Kommens bewährt.

    Die mehr als 300 Jahre des Bestehens der heutigen Freimaurerei sind der Beweis dafür.

  • 1788

    Gründung der ersten Freimaurerloge in Bremen

    Gründung der Loge „Zum Oelzweig“ in Bremen.

  • 1788 - 1884

    Weg zur Gründung einer Freimaurerloge in Vegesack

    In diesen Jahren besuchten viele Brüder aus dem heutigen Bremen-Nord sowie aus dem Bremer Umland die Loge „Zum Oelzweig“. Die Anreise mit Pferd und Wagen war damals beschwerlich und konnte Tage dauern. Darum wurde aus dem Kreise dieser Brüder immer öfters der Wunsch gehegt: „Nach Vegesack oder umzu muss eine Loge her!“ Seit November 1862 fanden in den Ortschaften Burgdamm,Osterholz-Scharmbeck, Lesum und Vegesack freimaurerische Kränzchen unter dem Protektorat der „Großloge Royal York zur Freundschaft“, Berlin, der Loge „Zum weißen Pferd“, Hannover und der Bremer Loge „Friedrich Wilhelm zur Eintracht“, statt.

  • 1884:

    Gründung Freimaurerloge "Anker der Eintracht" in Bremen Vegesack

    Am 02. November wurde das Kränzchen der Freimaurer sowie der 1880 gegründete Druiden-Orden „Fichte-Hain“ in Vegesack aufgelöst. Beide, Freimaurer und Druiden wollten zusammengehen und eine Freimaurerloge in Vegesack gründen. Der Antrag wurde am 24. November 1884 an die Großloge „Royal York zur Freundschaft“ in Berlin gestellt.

  • 1885

    Installation der Freimaurerloge „Anker der Eintracht“

    Die Lichteinbringung und feierliche Installation der Freimaurerloge „Anker der Eintracht“ fand am 30. Januar 1885 in den Tonhallen in Bremen-Vegesack statt.

  • 1899:

    Offizielle Anerkennung unserer Loge

    Der Senat der Freien und Hansestadt Bremen verleiht der Loge die „Rechte einer juristischen Person“. Heute unterliegen wir dem Deutschen Vereinsrecht. Unsere  Aufsichtsbehörde ist aber weiterhin „Der Senator für Inneres der Hansestadt Bremen“.

  • 1914 – 1918

    1. Weltkrieg

    Mit Beginn des 1. Weltkrieges wurde das Logenhaus der Lazarett-Verwaltung für die Versorgung und Betreuung von Verwundeten zur Verfügung gestellt. Es wurde nicht in Anspruch genommen.

  • 1918 – 1932:

    Reges Logenleben in Vegesack

    Es herrschte wieder ein reges Logenleben und die Auswirkungen des 1. Weltkrieges sowie der Inflation waren gut überstanden. Der Mitgliederbestand betrug bis zu 110 Brüder.

  • 1933:

    Machtergreifung Hitlers

    Nach der Machtergreifung Hitlers wurden auch wir Freimaurer, als eine Bruderschaft die sich dem Humanismus und der Aufklärung verschrieben hatte, von den Nationalsozialisten mit Argwohn verfolgt. In den Jahren von 1933 bis 1935 musste die Loge immer wieder unter Zwängen der Obrigkeit leiden. Das führte 1935 dazu, dass die Brüder unter Druck gesetzt wurden, das Logenhaus und sein wertvolles Inventar weit unter Preis veräußern. Kurze Zeit später wurde die Freimaurerei in Deutschland offiziell verboten. Auch unsere Loge musste die Arbeit einstellen.

  • 1935 – 1945

    Verkauf Logenhaus

    Am 01. Mai 1935 wurde das Logenhaus unter Zwang für 16.000,- RM an den Heimatverein für Vegesack, Blumenthal und Umgebung verkauft.

  • 1949

    Erstes Treffen nach Kriegsende

    Am 16. März fand ein erstes privates Treffen von Brüdern in der Uhthoffstraße 17 in Bremen-Vegesack statt.

  • 1951

    Nachfolgerin der Ankerloge

    Am 01. Mai wurde die Loge „Zu den drei Leuchtfeuern am deutschen Strom“, als Nachfolgerin der Ankerloge gegründet. Sämtliche Veranstaltungen fanden im Hotel und Restaurant Norddeutscher Hof in Bremen-Vegesack statt.

  • 1955 – 1967

    Der Kampf um die Rückgabe unseres Logenhauses beginnt

    Im Januar 1955 wurde im Rahmen der Wiedergutmachung für das erlittene Unrecht aus der Nazi-Zeit auch der ursprünglich Logename wieder angenommen. Das Licht unserer Loge brannte wieder in Vegesack.

    Nun konnte auch die Rückgabe des Logenhauses beantragt werden. Zu dieser Zeit befand sich das Heimatmuseum in den Räumlichkeiten unseres Logenhauses. Um den Fortbestand des Museums, das sich heutzutage im Schönebecker Schloss befindet, nicht zu gefährden, verzichteten die Brüder vorerst auf die Rückgabe.

  • 1968:

    Wir erhalten unser Logenhaus zurück

    Nachdem für das Heimatmuseum neue Räumlichkeiten im Schönebecker Schloss gefunden wurden erfolgte einige Zeit später die offizielle Rückübereignung unseres Logenhauses durch die bremische Verwaltung.

    Am 01. Januar 1968 war es endlich so weit!

    Umfangreiche Renovierungsarbeiten waren für die Nutzung als Logenhaus erforderlich geworden. Viele Brüder beteiligten sich finanziell und mit aktiver Unterstützung an den Bau- und Renovierungsmaßnahmen. Da unser Mobiliar aus der Vorkriegszeit weitestgehend verloren gegangen war, musste Neues angeschafft werden. Der Geist eines historischen Gebäudes der Neorenaissance sollte wiederhergestellt werden.

  • 1970

    Loge „Donaustern“

    Die Loge „Donaustern“ wurde für alle verstreut lebenden Brüder aus Rumänien in Bremen – Vegesack installiert. Diese Loge arbeitete in vier Sprachen. Heute ruht sie. Das Bijou dieser Loge wird von der Großloge von Österreich verwahrt.

  • 1974

    Die "Plattdeutsche Arbeit" entsteht

    Die 1. Plattdeutsche Arbeit erfolgt am 17. Mai 1974 und wird begeistert aufgenommen. Viele Brüder anderer Logen interessieren sich für eine Logenarbeit in der urtümlich Altdeutschen Sprache. Auf Wunsch vieler Brüder wird im gleich Jahr, am  6. Dezember 1974, eine 2. Plattdeutsche Arbeit durchgeführt.

    Diese Arbeit im ersten Grad mit Tafel, alles in Plattdeutscher Sprache, wird seitdem einmal im Jahr, immer im Herbst, durchgeführt und ist zu einer beliebten Tradition unserer Loge geworden.

  • 1977

    Tochterloge „Klaar Kimming“

    Am 30. Oktober wurde unsere Tochterloge „Klaar Kimming“ in Blumenthal installiert. Sie arbeitete nur wenige Jahre und ruht zurzeit.

  • 1985

    100 Jahre „Anker der Eintracht“

    100 Jahre „Anker der Eintracht“! Die Stiftungsarbeit fand mit 120 Brüdern im Logenhaus statt. Die Loge spendete für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger 15.000,- DM.

  • 1994

    Hilferuf aus Märjamaa

    Ein Hilferuf aus Märjamaa, einer Stadt südlich der Stadt Tallinn in Estland, erreichte uns. In den neu erbauten 90-Betten Krankenhaus fehlt es am Allernotwendigsten.

    Im März 1994 wurden von den Brüdern zwei 20-Fuß Container, randvoll mit allem was dort benötigt wurde, beladen und auf dem Land- und Seeweg dorthin transportiert. Ein Bruder begleitete die Spende und übergab sie dort.

  • 1998

    Reise nach Schottland

    Vegesacker Brüder besuchen die Loge „St. John“ Nr. 39 in Kilsyth in Schottland. 1999 fand der Gegenbesuch der Schotten in Bremen-Vegesack statt.

  • 2001

    Umbau

    Der geplante Umbau des Kellergeschosses beginnt im Sommer. Der Umbau wird in Eigenleistung der Bruderschaft vollzogen. Für den Umbau waren 22.000,- € eingeplant. 6 Brüder beteiligten sich mit je 1.000,- €, 1 Bruder mit 6.000,- €. Die Summe wurde nicht überschritten.

  • 2002:

    Große Ausstellung im Logen

    Vom 16. bis 20. September fand die Ausstellung „Einblicke“ in unserem Logenhaus statt. Es wurden ca. 1000 Besucher gezählt.

    Beendigung aller Umbauarbeiten im Kellergeschoss. Entstanden waren ein neuer Tempel, 1 Clubraum, 1 Küche, 1 Nasszelle, 1 Flur sowie 2 Versorgungsräume

  • 2003:

    Norddeutsches Logentreffen

    „Norddeutsches Logentreffen“ in Bremen Vegesack. Tagungsort war das Hotel Strandlust an der Weser. An der Tagung nahmen 400 Brüder teil. Die abschließende Tempelarbeit fand mit 250 Brüdern im Kulturbahnhof statt.

  • 2010:

    125. Stiftungsfest

    125. Stiftungsfest der Loge im Haus Blomendahl am 30. Januar. Im Rahmen des Empfanges am 29. Januar im Logenhaus wurden der Schuldirektorin des Schulzentrum Lerchenstraße in Bremen-Aumund 11 Laptops mit der derzeitig aktuellsten Software in einem Gesamtwert von 8.000,- € als Spende übergeben.

    In der Sommerpause erhielten wir den Besuch von Brüdern mit Ihren Damen aus Limoges in Frankreich. Ein Jahr später fand der Gegenbesuch statt.

  • 2013

    Spende

    Ein verstorbener Bruder unserer Loge vermachte uns seine Privatsammlung von 70 verschiedenen Feuergläsern aus aller Welt mit der dazugehörenden Glasvitrine.

  • 2016

    Bremer Symbolgemälde

    Auf Anregung der MVST aus Bremen wurde der bekannte Künstler Jens Rusch beauftragt ein freimaurerisches Bild zu erstellen. Das “Bremer Symbolgemälde” fasst nicht nur die in Bremen arbeitenden regulären Freimaurerlogen zusammen, es enthält auch Inhalte, die erst auf den zweiten Blick einen Sinn ergeben. Bremer Wahrzeichen, freimaurerische Symbole und Logen – Bijou lösen sich in bunter Reihe ab. Das Originalbild hängt in der Kurfürstenallee 15. Ein Sonderdruck ist im Logenhaus in Vegesack zu bewundern.

  • 2017

    Renovierungsarbeiten

    Umfangreiche Renovierungsarbeiten am Haus werden erledigt. Ein neues Dach für das Hinterhaus, neue Fallrohre, Teilerneuerung von Fenstern sowie ein kompletter Außenanstrich bringen das Logenhaus wieder in einen guten Zustand.

  • 2024:

    50. Plattdeutsche Loge

    Im Jahre 2024 begehen wir im Herbst unsere 50. Plattdeutsche Arbeit unter reger Beteiligung vieler Besuchender Brüder aus ganz Deutschland.